Barcode-Schriftart vs. Barcode-Qualität

Barcode-Schriftarten für Excel, Access & Co. - und ihre Tücken

Von Zeit zu Zeit erreichen uns Anfragen bezüglich Barcode-Schriftarten zu diesem oder jenem Barcode-Typ, die man gerne unter Excel, Access oder einer anderen Anwendung eingebunden hätte. Mit "Barcode-Schriftart" meint man dabei idR. eine als TrueType (TTF), PostScript Type 1 oder OpenType vorliegende Schriftart, die, statt wie üblich, menschlich lesbarer Schriftzeichen, eine Art Barcode-Zeichensatz definiert. Barcode-Schriftarten dieser Art lassen sich wie herkömmliche Schriftarten unter dem jeweiligen Betriebssystem installieren und können dann theoretisch unter jeder Anwendung genutzt werden.

Soweit zumindest die Theorie. In der Praxis geht die Verwendung von Barcode-Schriftarten indes leider mit einer Reihe von Problemen einher. Zuvorderst ist dies die stets verbesserungsfähige und zuweilen sogar inakzeptable Qualität der resultierenden Barcodes. Das vermag allerdings kaum zu verwundern, wenn man bedenkt, dass die gängigen Schriftarten-Formate wie TrueType zur Abbildung von Barcode-Symbologien niemals vorgesehen waren und man sie durch eine entsprechende Verwendung im Grunde vollkommen zweckentfremdet.

Doch die mangelnde Barcode-Qualität ist nur einer von mehreren Gründen, weshalb wir trotz geringem Herstellungsaufwand so genannte Barcode-Schriftarten weder anbieten noch zu deren Einsatz raten können. Nachfolgend wollen wir auf die einzelnen mit der Verwendung von Barcode-Schriftarten verbundenen Probleme einmal ausführlicher eingehen.

Problem Nr. 1: Barcode-Schriftarten berücksichtigen nicht die Druckerauflösung

Stellen Sie sich bitte einmal ein rechteckiges Gitter aus Punkten vor, die in horizontalen und vertikalen Reihen angeordnet sind. Genau so sieht nämlich ein jeder Drucker eine zu bedruckende Fläche an, ganz gleich, ob es sich dabei um ein DIN A4-Blatt oder ein Etikett handelt.

Druckfläche aus der Sicht eines Druckers
Bild 1: Ein zu bedruckendes Medium aus der Sicht eines Druckers


Einen jeden Punkt auf der Druckfläche kann ein Drucker immer nur vollständig und zwar in einer einheitlichen Farbe bedrucken. Ein Punkt lässt sich also nie nur zu einem Teil bedrucken, während der restliche Teil etwa in einer anderen Farbe oder gar nicht bedruckt wird.

Diese Gesetzmäßigkeit hat zur Folge, dass beispielsweise eine Linie, deren eigentliche Breite dem 2,7fachen der Breite eines Druckpunktes entspricht, auf dem Ausdruck, je nach Position, in ihrer Breite unweigerlich entweder auf 2 Punkte ab- oder auf 3 Punkte aufgerundet wird.

Barcode-Schriftart im Einsatz
Bild 2: Zwei gleich breite Linien vor und nach dem Druck


Generell kann es durch solches Auf- oder Abrunden im ungünstigsten Fall zu Abweichungen von bis zu (annähernd) einem Druckpunkt kommen.

Beim Barcode-Druck wirkt sich dieser Effekt leider besonders negativ aus. Weil manche Striche und Lücken in Folge solcher Rundungen breiter, während andere wiederum schmaler als vorgesehen geraten können, kommt es auf diesem Wege zu Abweichungen in beide Richtungen, die in der Summe die Proportionen innerhalb des Barcodes quasi doppelt schädigen. Dabei ist es gerade die strikte Einhaltung der korrekten Proportionen unter den einzelnen Strichen und Lücken, von denen die Qualität und damit die Lesbarkeit eines Barcodes ganz besonders abhängt!

Die fatalen Auswirkungen dieses Effekts lassen sich auf Anhieb mit bloßem Auge erkennen, wenn man etwa einen kleineren, mit einer Barcode-Schriftart erzeugten EAN-13-Barcode auf einem niedrig auflösenden Etikettendrucker (z.B. 203x203 oder 300x300 dpi) ausgibt: Die normalerweise gleich breiten Strichpaare am Anfang, Mitte und Ende des Barcodes werden auf dem Ausdruck höchstens durch viel Glück tatsächlich gleich breit erscheinen.

Zur Lösung dieses Problems gibt es einen einfachen mathematischen Ansatz: Die Breiten sämtlicher Striche und Lücken in einem Barcode müssen - unter Einhaltung der Proportionen - von vornherein so gewählt werden, dass sie bereits vor dem Druck dem mehrfachen Ganzen der jeweiligen Druckpunktgröße entsprechen. Dadurch entfällt beim späteren Druck jedwedes Auf- und Abrunden, sodass sämtliche Abmessungen und Proportionen auf dem Ausdruck exakt wiedergegeben werden.

Genau da stoßen Barcode-Schriftarten jedoch an ihre Grenzen: Da es sich bei ihnen, technisch gesehen, letztendlich "nur" um Schriftarten handelt, lassen sich damit höchstens (für Barcodes zum Teil irrelevante) Eigenschaften wie "fett", "kursiv", "unterstrichen" oder "Schriftgröße" definieren. Zum Festlegen von Breiten der Striche und Lücken in einem Barcode sind Schriftarten hingegen - selbst wenn man sie "Barcode-Schriftart" tauft - schlichtweg nicht geeignet.

Problem Nr. 2: Strichbreitenreduktion ist mit Barcode-Schriftarten nicht möglich

Weist der verwendete Drucker einen so genannten Überdruck auf, was beispielsweise wegen dem Verfließen der Tinte auf dem Papier eine typische Eigenschaft von Tintenstrahldruckern ist, dann fallen die Striche der Barcodes auf dem Ausdruck normalerweise breiter aus, als vorgesehen. Dies kann wiederum die Gesamtqualität und damit die Lesbarkeit der Barcodes erheblich beeinträchtigen.

Die logische und einzig sinnvolle Gegenmaßnahme dafür besteht in einer so genannten Strichbreitenreduktion. Dabei werden sämtliche Striche eines Barcodes um einen bestimmten Wert dünner gemacht, bevor sie an den Drucker geschickt werden. Durch diesen Ausgleich erscheinen die Striche auf dem Ausdruck letztendlich genau in vorgesehener Breite.

Mit einer Barcode-Schriftart ist eine Strichbreitenreduktion einmal mehr nicht zu bewerkstelligen, da es, wie bereits oben resümiert, damit nicht möglich ist, die Breiten der Striche direkt zu bestimmen.

Problem Nr. 3: Barcode-Schriftarten sehen keine Ratio-Anpassung vor

Bestimmte Barcode-Typen, die nur zwei verschiedene Strich- und Lückenbreiten vorsehen (dazu gehören 2 of 5 Interleaved, Code 39, Code 39 Extended, Code 11 und Codabar), erlauben es normalerweise, das Verhältnis zwischen den schmalen und den breiten Elementen (auch "Ratio" genannt) in bestimmten Grenzen frei zu definieren, um damit die Priorität entweder hin zu mehr Sicherheit oder aber zu mehr Kompaktheit je nach Fall passend festlegen zu können. Diese Möglichkeit fällt bei Barcode-Schriftarten entweder gänzlich weg oder eine Festlegung ist nur in größeren Stufen möglich, indem für jede Stufe eine andere Schriftart verwendet werden muss, die jeweils in einem ganz bestimmten Ratio vorliegt.

Problem Nr. 4: Barcode-Schriftarten können die jeweilige Prüfziffer nicht selbstständig berechnen

Bindet man eine Barcode-Schriftart etwa unter Excel oder Access ein, so benötigt man idR. auch eine in VBA geschriebene Funktion (Makro), welche zu einem Barcode die dazugehörige Prüfziffer berechnet. Dies ist zumindest in jenem Großteil der Fälle unvermeidbar, wo eine Prüfziffer beim jeweiligen Barcode-Typ durch die Spezifikation vorgeschrieben ist, oder aber wenn der Anwender auf die zusätzliche Sicherheit durch die Verwendung einer optionalen Prüfziffer nicht verzichten möchte.

Zusammenfassung und Fazit

Mit Barcode-Schriftarten lassen sich Barcodes in bestenfalls "verbesserungsfähiger" Qualität herstellen. Selbst dazu müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Dies wären vor allem eine ausreichend hohe Druckerauflösung (mindestens 600 dpi) sowie eine jeweils nicht zu klein gewählte Barcode-Größe.

Wer unabhängig von der jeweiligen Druckerauflösung auf jedem Drucker perfekte Barcodes erzeugen will, die später auch garantiert verzögerungs- und fehlerfrei lesbar sind, sollte daher auf die Verwendung von Barcode-Schriftarten konsequenterweise verzichten und stattdessen auf eine professionelle Software-Lösung setzen.

Barcode Forge

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Die Vorteile von Barcode Forge: (Die alternative Variante, Daten aus Excel oder Access unter Barcode Forge zu drucken, besteht darin, diese mit Hilfe der Import-Funktion von Barcode Forge zu importieren. Dazu ist keine Programmierung und lediglich die "Standard Edition" des Programms erforderlich. Mehr dazu entnehmen Sie bitte dem Kapitel "Daten importieren" in der Programmhilfe.)
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